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Stichworte zur Bildungsdiskussion

Stichworte Bildungsdiskussion (von CaeVye)

  • Klare Aussage, dass Bildung mehr ist als Wissensvermittlung und Ausbildung. (Ich kann auch noch einen „Besinnungsaufsatz“ zum – nicht zuletzt sozialen – Sinn von Geisteswissenschaften schreiben.)
  • Es ist absurd, dass der Wunsch nach Bildung aktuell mit monetären oder beruflichen Vorteilen begründet werden muss, um sozial akzeptiert zu werden.
  • Bildung hat komplexe und weitreichende Auswirkungen in die Zivilgesellschaft hinein
  • Zitat Schily 2002: “Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit.”
    Quelle z.B. : http://www.rp-online.de/politik/Schily-Klavierspieler-des-Jahres_aid_265376.html
  • Fehlertoleranz von Bildungssystemen: Personen mit einer finanziell angespannten Situation müssen dennoch die Möglichkeit haben, Fehler zu machen bzw. Fehlentscheidungen zu treffen. Systeme mit „eine Chance für alle“ bestraft gerade diejenigen, die ihre Lebensumstände nicht durch Zukauf von Dienstleistungen ent-stressen können. Eine Deckelung zur Verhinderung einer Kostenexplosion scheint dennoch sinnvoll zu sein.
  • staatl. Förderung von lebenslangem Lernen durch Erstellung von (kosten!)frei zugänglichem Lehrmaterial für Standardabschlüsse bzw. Zertifizierungen und dem Angebot von (modularen?) Prüfungen.
    (Vgl. „Telekolleg“ für alle. Die Materialien wären gleichzeitig als Ergänzung zum Schulunterricht für Schüler nutzbar.)
  • Nahezu formloser Zugang zu öffentlichen und öffentlich anerkannten (z.B. angeboten von Buchketten, Verlagen, Medienhäusern ähnlich wie “Barnes and Noble University”) kostenfreien, außerschulischen Lernprogrammen mit geringen Prüfungskosten: Modulare Zertifizierungen, die „sammeln“ über einen vergleichsweise langen Zeitraum erlauben. Folge: Absenkung der Einstiegshürden, flexible Anpassung an Lebensumstände (Familenfreundlich), Motivation zur Steigerung der Bildung quer durch die Bevölkerung.
  • D.h. keine Anmeldung mit Verpflichtung bzw. Kosten über Jahre hinweg, dennoch Möglichkeiten die Weiterbildungen zertifiziert zu bekommen.
  • Staatliche und private Förderprogramme nicht unbedingt für die „Top-Performer“ – die oft ohnehin schon optimal gefördert sind -, sondern für die Motivierten, egal wie die Noten evt. aussehen. D.h. Vergabe verstärkt nach Interviews und (wichtig!) breite Informationen dazu in Schulen und Medien.
  • „Zulassen, dass die Motivierten Erfolg haben können.“
  • Lebenslanges Lernen: Konsequent auch Förderprogramme und Stipendien für Erwachsene anbieten. Auch hier: nicht nur zur beruflichen Bildung, sondern wieder verstärkt zur Allgemeinbildung.
  • Klare Absage an den Trend, dass Bildungsurlaub verstärkt als „Urlaub“ / „Leistungsverweigerung“ wahrgenommen wird.
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Schulpflicht oder nicht

Dies ist eine Antwort auf eine Mail der Liste AG Bildung.

Sie wurde länger als geplant (zu wenig Kaffee im Hirn), ich hatte ohnehin einen Blogeintrag zum selben Thema schreiben wollen. Hier ist sie:

Moin, Jürgen

Sorry, aber ich habe damit noch immer ein Problem: Ich traue den Eltern nicht unbegrenzt. Ich hatte Mitschülerinnen aus religiösen Familen (unterschiedliche Glaubensrichtungen), für sie war die Schule der einzige Ort außerhalb der Religionsgemeinschaft.

Während ich nicht an die Machbarkeit einer allgemeinen “Bildungsgerechtigkeit” glaube, denke ich doch, dass ein demokratischer Staat Kindern dieses Staates eine solide Grundbildung gemäß demokratischen Werten und wissenschaftlichen Erkenntnissen garantieren soll – unabhängig vom Geschlecht des Kindes, der Glaubenszugehörigkeit der Eltern, den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses und dem Lernumfeld. Ein Kind (Jugendlicher) kann keine Rechte einfordern, von denen er / sie niemals gehört hat. Es bringt einer jungen Frau nichts, wenn sie theoretisch Anspruch auf Bildungsförderungen hätte und kostenlos weiter zur Schule gehen könnte, wenn sie nie davon erfährt und niemand hat, der ihr ggf. mit den Formularen hilft.

Gleichzeitig sehe ich die umfassende Verstaatlichung von Kindererziehung ebenso kritisch. Es darf auch nicht sein, dass der Staat die Kinder ihren Eltern entzieht. Die Piraten setzen sich für Freiheit ein – in meinen Augen können wir die größtmögliche Freiheit garantieren, indem eine Schulpflicht zwar besteht, diese aber nicht 100% der verfügbaren Zeit abdeckt. (Die Ganztagsabdeckung, auch in den Ferien wäre ein *Angebot* für Leute, die es nutzen wollen oder müssen.)

Denkbar wäre z.B. eine Schulpflicht, die sich – ähnlich wie Berufschulunterricht im Dualen System – auch in Form von Blockunterricht flexibel gestalten lässt.

Mir geht es darum, die Schule so zu verändern, dass individuelle Förderung stärker möglich ist. Gleichzeitig lassen sich so Behinderte integrieren und individuelle Schwächen oder Interessen fördern. (Dass das mit Frontalunterricht im Klassenverband nicht zu lösen ist, sollte klar sein.)

Das andere Problem, das ich mit der Bildungspflicht habe, ist einerseits die Qualität und ideologische Ausrichtung der Lehrer, die sich durch Stichproben eben nicht angemessen kontrollieren lässt. Andererseits könnte sich leicht ein noch radikalerer kommerzieller Bildungsmarkt entwickeln, als wir ihn momentan schon im Privatschul- und Nachhilfebereich haben. (Diese Nachhilfeinstitute sind übrigens ein guter Indikator ob ein System erfolgreich ist: Im Idealfall gibt es keine minderjährigen Kunden mehr. Für tatsächlich hochbegabte oder massiv lernbehinderte Kinder spricht natürlich nichts gegen eine Ausnahmeregelung.)

Ich bin nicht über die Details des Zustandekommens der UN-Kinderrechtskonvention informiert. Ich würde aber nicht ausschließen wollen , dass die Bildungspflicht schon deswegen bevorzugt wurde, weil eine allgemeine staatliche Schulpflicht in etlichen der beteiligten Länder einfach nicht mach- und durchsetzbar wäre.

Die Schulpflicht ist nicht ideal, aber die Alternativen haben im berühmten Einzelfall so viele Nachteile, dass ich nicht bereit bin, das Risiko einzugehen, dass ein Teil der Kinder auf Wunsch ihrer Eltern bis ins Erwachsenenalter weitgehend von Aufklärung, Wissenschaft, Gleichberechtigung oder auch künstlerischer Betätigung ferngehalten wird.

Viele Grüße und eine schöne Woche!
Cae

Bildung / Education

Eventually this might become a list of resources. As long as its totally unstructured, it’ll be a blog entry.

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English Resources

Articles on civil rights in the classroom: