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FYI

Falls sich jemand wundert, wo die restlichen 30DaysTV gelandet sind: Offensichtlich nicht hier. (Und bisher auch noch nicht woanders.)

Aber die Ausrichtung des Blogs hat sich u.a. dadurch geklärt: Dieses Blog wird weiter eher politisch sein und ggf. auf RL Lesungen / Veröffentlichungen hinweisen.

Die anderen Sachen sind … anderswo.

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„Die Weisheit zu erkennen, was ich ändern kann und was nicht.“

„Die Weisheit zu erkennen, was ich ändern kann und was nicht.“

Die Piraten tun sich nicht leicht, mit ihrem Wachstumsschub klarzukommen: Da sind eine Menge heerer Ansprüche und innovativer Ideen, zahllose Gesetze, die das politische Tagesgeschäft auf allen Ebenen regeln. Hinzu kommt ein kommentarfreudiges Publikum, das von den eigenen Leuten über enttäuschte Sympathisanten bis hin zum politischen Gegner reicht.

Dass inzwischen etliche gerade der aktivsten Parteimitglieder nicht glücklich sind, liegt nicht zuletzt am Jetlag. Natürlich ist die Partei nicht mal eben im Flugzeug durch die Zeitzonen gerast, aber für die Aktivisten, deren politisches (und teilweise privates) Leben im Internet stattfindet, sind die Abläufe in der Tagespolitik jenseits des Netzes von oftmals kaum erträglicher Langsamkeit und Informationsarmut gezeichnet.

Ernüchternd stellt man fest, dass die Ideen und Konzepte, mit denen man im Sommer 2009 die Massen begeistert und politisch bewegt hat, in der Tagespolitik nicht auf begeisterte Aufnahme stoßen.

Nun sind Piraten durchaus anpassungsfähig, finden Lösungen – dennoch: die Spielregeln der „alten“ Politik und Medien sind nunmal das erklärte Feindbild. Entsprechend schwer tut man sich damit, gemäß diesen Spielregeln spielen zu müssen – zumal erfahrenere Spieler diese (wie zum Beispiel in Aachen, wo der Vetreter im Stadtrat um seine ihm zustehenden Arbeitsmittel kämpfen muss) gezielt missbrauchen oder zu ihrem eigenen Vorteil auslegen.

Ein besonders leidiges Thema sind die klassischen Medien. Erfreut nimmt man Berichte über Landesparteitage und Demonstrationen zur Kenntnis, aber fast nie findet sich hier ein Pirat, der dezidiert Stellung zu einem aktuellen Thema bezieht und sich – und in Weiterleitung damit die Partei – als kompetent für dieses Thema darstellen kann.

Dieser „Fehler“ ist allerdings tatsächlich beabsichtigt. Die Piratenideologie sagt, dass jedes Parteimitglied gleichberechtigt sein soll, und dass auch der Vorstand keine Themen vorzugeben hat.

Die Medienmaschine kümmert sich darum herzlich wenig. Wer keine Sprecher hat, die klare und möglichst umstrittene Positionen (davon finden sich im Parteiprogramm einige) vertreten, findet in den Talkshows und Gesprächsrunden nicht statt.

Viel schlimmer: Da die Medienmaschine von Zeit zu Zeit über die Piraten berichteten will, werden mehr oder weniger wahllos greifbare „Repräsentanten“ als Zitatgeber und (selten) als Talkshowgäste eingesetzt. Das Ergebnis ist meist unschön bis katastrophal.

Ob Andi Popp Dirk Hillbrecht sich durch eine Talkrunde fachsimpelt oder Christopher Lauer sein Gespräch mit Journalisten relativieren möchte [1]: Medienkompetenz fehlt hier. Massiv. Es ist völlig unwichtig, wie medienkompetent man in den neuen Medien sein mag, solange die Politik und die Massenmeinung de facto in den alten Medien stattfindet muss auch hier Kompetenz vorhanden sein.

Ob es den Piraten passt oder nicht: Wenn die Piraten in den primären Informationsquellen der breiten Masse nicht stattfinden und man gleichzeitig noch nicht flächendeckend in der Lokalpolitik angekommen ist, dann hat man ein Problem.

Realpolitik findet heute statt. Neue Mitspieler können die Spielregeln nicht bestimmen – nicht für den Stadtrat, nicht im Land und auch nicht in den Medien.

Man kann sich beleidigt in eine Schmollecke zurückziehen und feststellen, dass die Dinge nicht so sein sollten, wie sie sind, aber damit beschneidet man sich selbst den ohnehin überschaubaren und dringend benötigten Handlungsspielraum.

In den „alten Medien“ haben die Piraten ein massives Kompetenzdefizit. Das lässt sich nicht ändern, solange die Piratenideologie keine „Sprecher“ mit Wiedererkennungswert zulässt.

Es geht dabei nicht darum, die von den Medien gewünschten Klischees zu bedienen und die Sprechblasen- oder Krawalltalkshows abzugrasen. Aber es ist höchste Zeit, den Blick vom Monitor weg, hinaus in die Büros, zu den Vereinen, Stammtischen und auch Seniorentreffs zu wenden: Überall dort wird Meinung gemacht und kommuniziert. Aber auf andere Weise als der aktive Kern der Piraten es bislang gewohnt ist.

Die Politik der Zukunft fällt nicht vom Himmel. Sie fängt in der Politik der Gegenwart an – und deren Spielregeln lassen sich nicht von der Zuschauertribüne aus ändern.

[1] http://schmidtlepp.tumblr.com/post/1115065920/achtungserfolggate

Piratenpartei: “Under Construction”

Ich kann es selbst kaum glauben, dass es soweit kommen konnte, aber ich vermisse die knallbunten Baustellen-gifs, die als unvermeidbare Mahner der Unvollkommenheit und der Entstehensprozesse das WWW verschandelten.

Natürlich vermisse ich sie nicht überall, aber im Kontext der Piratenpartei wären sie als Hinweis auf gerade Entstehendes eine willkommene Erinnerungsstütze.

Natürlich ist meine Sichtweise auf die Piraten von meinem Umfeld geprägt: das ist der Landesverband Nordrhein-Westfalen. Der Landesverband also, der sich praktisch während des gesamten großartigen und überwältigenden Wachstumsbooms im Wahlkampf befand. Es wäre hirnrissig anzunehmen, diese Dauerwahlkämpfe hätten keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Beteiligten – und zwar recht unabhängig vom Grad der individuellen Aktivität.

Die meist kurze Politikerfahrung beschränkt sich daher oft auf die Organisation von Wahlkampfaktivitäten und -materialien, auf kurzfristige eindrucksvolle Aktionen, sei es nun vor Ort oder bundesweit.

Aktuell ist zu spüren, dass dieser Druck endlich nachgelassen hat. Damit ist aber auch die Ursache für die selbstverständliche Gruppendynamik und zumindest zielorientierte Disziplin verschwunden.

Ein wenig erinnert die aktuelle Katerstimmung an junge Paare, bei denen die erste Verliebtheit allmählich dem Alltag Platz macht, und im Rückblick sogar die großartigen Tage der Verliebtheit überkritisch hinterfragt werden.

Tatsächlich hat sich das Setting geändert: Viele der Probleme im Wahlkampf waren selbsterklärend und auch mit einem klaren Ziel verknüpft. Beides eine gute Voraussetzung für ein angemessen euphorisches Glücksgefühl, nach erfolgreicher Bewältigung der oft anstrengenden und arbeitsreichen Aufgaben.

Im Wahlkampf war man beflügelt, doch nun ist “Leichtigkeit” kein Stichwort mehr, das man spontan mit Politik verbinden möchte. Tatsächlich scheint es so manchem Aktiven erst allmählich klar zu werden, dass die Piratenpartei tatsächlich eine Partei ist: zwar nicht genau wie die anderen Parteien, aber den gleichen Bundes- und Landesgesetzen unterworfen und ein Spieler in einem Politikbetrieb, den man sich eben nicht von Grund auf neu und nach eigenen Ideen einrichten kann. Die langfriste Platzierung in politischen Debatten und Einzug in (Stadt)Parlamente erfordert eine vertiefte Beschäftigung und Teilnahme an den bestehenden Strukturen – und diese sind eben nicht per se attraktiv oder sonderlich änderungswillig.

Dennoch scheint ein nicht gerade kleiner Teil der Ernüchterung gar nicht von außen zu kommen, sondern von den massiven internen Strukturschwierigkeiten wenn nicht direkt ausgelöst, dann doch unterstützt zu sein.

Vieles, was mit einer überschaubaren Zahl an aktiven Parteimitgliedern noch praktisch und innovativ schien, stellt sich zunehmend als organisatorischer Moloch heraus, in dem Informationen kaum oder gar nicht mehr zu finden sind.

Kein Zweifel: Es gibt eine große Anzahl von Piraten, die ernsthaft und mit großem Einsatz an der Zukunft der Partei arbeiten. Was aber dringend fehlt, ist eine entspanntere, pragmatischere Herangehensweise.

Eine Herangehensweise, die nicht auf Perfektionismus ausgelegt ist, und deren Struktur nicht das Burn-Out gerade der aktivsten Mitglieder billigend in Kauf nimmt.

Wenn die Piraten eine “Mitmachpartei” sein wollen, dann muss dieses “Mitmachen” auch lebbar sein.

Aktivität – zumal als Ehrenamt – muss vereinbar sein mit Familienleben mit Freizeitaktivitäten jenseits von Politik, mit individueller Zeitplanung und vor allem mit einer guten Lebensqualität.

Selbstaufopferung mag heroisch wirken, ist aber kein langfristiges Konzept – zumal nicht, wenn es um faire Zusammenarbeit geht. Aus der Transparenz der Piraten ist aktuell ein Informationssystem geworden, das zwingend Expertenwissen voraussetzt: Welche Themen existieren, wo werden sie behandelt, welche existierenden Daten sind nur noch Datenleichen, welche Stichworte und Personen sind mit dem Thema verbunden und wie werden die entsprechenden Werkzeuge benutzt?

Die aktuelle Organisation von “transparenten” Daten ist elitär und intransparent. Eine von vielen Hemmschwellen, die das Stichwort “Mitmachpartei” aktuell zur Phrase verkommen lassen.

Tatsächlich ist die Partei noch immer jung. Sie befindet sich im Wachstum und was gern unterschätzt wird: sie lernt.

Lernprozesse sind selten schön. Wer Skateboard fahren lernt, wird hinfallen, wer ein Instrument lernt, wird furchtbare Töne produzieren – und das nicht nur kurzfristig. “Cool aussehen” und “Lernen” geht nicht zusammen.

Die vielzitierte Medienkompetenz umfasst auch die Erkenntnis, dass dem attraktiven Endprodukt hässliche, abschreckende und frustrierende Entwürfe und Fehlversuche vorangehen.

Die Partei lernt – aber sie ist noch nicht bereit, den Lernprozess als solchen anzunehmen und entspannt voranzutreiben.

Ich wünsche mir die Baustellenschilder zurück. Damit wir mit unseren Schwächen und Fehlversuchen und all den unbearbeiteten Themenfeldern offensiv und zugleich entspannter umgehen können.

Und wieder grüßt die Genderdebatte

Allmählich verstärkt sich der Eindruck, dass die Debatte nicht nur zum schnellen Klick-Generieren (Genderdebatte bei Piraten = automatische Steigerung der Zugriffszahlen auf die entsprechende Website) verwendet wird, sondern auch weil das endlich mal wieder ein Thema ist, bei dem Alle, aber auch wirklich Alle mitreden können:

Irgendwie ist man ja betroffen, daher muss man sich auch nicht wirklich ins Thema einarbeiten, jeder hat eine Meinung dazu, also kann man auch endlich mal was sagen und öffentlich wichtig sein.

Tatsächlich wurden seit September 09 (als ich diesen Blogeintrag schrieb: https://caevye.wordpress.com/2009/09/05/die-madchen-in-der-jungenecke-%E2%80%93-frauen-und-die-piratenpartei/) überproportional viele Frauen in Landesvorstände gewählt.

Das Gender/Frauenproblem der Piraten lässt sich damit begründen, dass dem Schlagwort “Postgender” nach wie vor wenig Inhalte folgten, um die Idee auch weniger am Thema Interessierten plausibel, und vor allem auch als Position haltbar zu machen.

Die positive Beschreibung von Positionen fehlt bekanntermaßen nicht nur an dieser Stelle. Insofern erfährt das Thema zu Zeit eine überproportionale Aufmerksamkeit, die vielen Parteimitgliedern (Männern und Frauen) auf den Wecker geht.

Zur Ausforumlierung von positiven Definitionen von Freiheitsrechten, -ansprüchen und auch den zugrundeliegenden Werten braucht es aber auch Zeit. Gerade die Grünen sollten sich daran erinnern, dass demokratische Prozesse Zeit brauchen und nicht immer schön anzusehen sind.

Die Piratenpartei ist nicht nur dabei, die Übertragbarkeit ihrer Kernthemen aus ihrer ursprünglichen Nische Internet auf die moderne Gesellschaft als Ganzes herauszuarbeiten (Transparenz, Bürgerrechte, Interessensausgleich, Demokratie etc.) – es gilt auch mehr Bürger über die Existenz und die Inhalte der Partei zu informieren.

Die Absenkung von Zugangsschwellen (“Mitmachpartei” beschränkt sich aktuell weitgehend auf internetaffine Personen oder Orte mit vorhandenen Stammtischen), die Einbindung von Senioren, Alleinerziehenden, jungen Familien etc. ins Alltagsgeschäft, die verständliche Darstellung von komplexen Themen wie ACTA, JMStV, Pläne der EU-Kommission – all dies sind Themen, die auch die weiblichen Parteimitglieder beschäftigen, die sich im Gegenzug eben nicht eine Genderdebatte aufdrängen lassen wollen, deren Grundthese (“Männer und Frauen sind grundsätzlich verschieden, wobei Frauen systematisch benachteiligt sind”) sie in dieser Simplizität nicht unbedingt teilen.

Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass die Frauen in der Partei die Benachteiligung von Frauen nicht sehen oder gar leugnen wollen – vielmehr lässt sich mit einer veränderten Fragestellung (“Wie erreichen wir eine größtmögliche Fairnis gegenüber jedem Individuum”) die in der Genderfrage polarisierte Problematik in einem weit grundsätzlicheren Gesamtkontext angehen.

Die Kritik, dass im Bundesvorstand der Piraten keine Frau ist, greift daher zu kurz. Für diese Posten stellte sich im Vorfeld nunmal keine Kandidatin zur Wahl. Allein eine Spontankandidatur für den 2. Vorsitz kam in letzter Minute hinzu.

Ein vielleicht nicht unwichtiger Aspekt: Im Gegensatz zu anderen Parteien ist der Vorstandsposten der Piratenpartei kein Machtinstrument – und soll es auch nicht werden. Der Frauenanteil in der Partei ist überschaubar, und in den Ländern findet der Großteil der aktuell brennenden grundsätzlichen inhaltlichen Arbeit statt.

Hinzu kommt, dass der Vorstandsposten einen enormen Zeitaufwand mit sich bringt, und sich das – zumal als ehrenamtliche Arbeit – sowohl bei Frauen als auch bei Männern nicht immer mit den Lebensentwürfen und Lebensumständen vereinbaren lässt.

Angesichts der Wiederwahl von Jens Seipenbusch kann außerdem vermutet werden, dass die Mehrheit der Parteimitglieder einen eher integrierend-besonnenen Vorstand wünschen und (hier spielt wohl auch die Erfahrung mit Aaron König hinein) lautstarke PR und vorschnelle Positionierungen möglichst vermieden werden sollen.

Die einzige weibliche Kandidatin Lena Simon – de facto die Personifizierung der Genderdebatte – hat mit ihrer angeblichen Spontankandidatur fünf Minuten vor der Wahl tatsächlich erst einmal alle Vorurteile sie betreffend bestätigt: Sie hält sich nicht an Regeln (angesicht ihrer bisherigen Aktivitäten halte ich sie durchaus für machtbewusst und selbstdarstellerisch mit einem Hang zur medialen Inszenierung. Ich unterstelle ihr daher, dass sie durchaus im Vorfeld über eine Kandidatur nachgedacht, und sich bewusst gegen eine Vorstellung auf der Kandidatenliste entschieden hat).

Ein erklärtes Ziel ist, ihre Idee von Frauenpolitik zu pushen (“ich kandidiere, weil keine Frau kandidiert”, was man der Liste durchaus im Vorfeld des BPTs entnehmen konnte). Sie erklärte, dass sie als “Gegenpart zu Jens Seipenbusch” in den Vorstand will – also nicht integrierend, sondern polarisierend arbeiten möchte.

Ich bin daher erleichtert, dass keine Quote die Piraten zur Wahl von Lena in ein potentiell publicityträchtiges Amt zwingen könnnte.

Schon jetzt ist wieder der gleiche Effekt wie nach ihren letzten Auftritten zu beobachten: der Name Lena Simon ist in die Presse, die Anliegen der Frauen und die Partei als Ganzes bringt die Debatte aber keinen Meter voran. Lena Simon als Vorstandsmitglied in Talkshows bedeutete die reale Gefahr, dass in der Öffentlichkeit zu Themen (ich meine hier nicht unbedingt die Genderdebatte) pointiert Stellung bezogen wird, zu denen die Parteibasis noch gar keine klare Position gefunden hat.

Genau dieser Art von vorbreschenden lauten Politikern hat die Mehrheit der Piraten aber  den Kampf angesagt.

Writing:Reboot

Well, it took longer than expected, but all those other things are now fairly under control, so I’m finally “rebooting my writing life”.

First of all, Script Frenzy is on again – or rather will be on again in April. The website is already getting busy as people are signing up and chatting on the forums. (I’m CaeVye there as well.)

The other big news is that on Friday we got the final “go” for a real life reading / art exibition event. It will take place on May 28th in Soest, Germany. As it’s a part of a bigger series of art events that started out in (hold your breath) Second Life, it will be streamed into SL as well.

On location we will also show some machinima – video clips -, posters and possibly sculptures made by the artists of the Caerleon Art Initiative. There are real life exhibitions in other countries as well, so check out the web page for more information: http://www.virtual-art-initiative.org/TTVLG/Home.html (I don’t think that the reading has already been added.)

So … see you out there.

Stichworte zur Bildungsdiskussion

Stichworte Bildungsdiskussion (von CaeVye)

  • Klare Aussage, dass Bildung mehr ist als Wissensvermittlung und Ausbildung. (Ich kann auch noch einen „Besinnungsaufsatz“ zum – nicht zuletzt sozialen – Sinn von Geisteswissenschaften schreiben.)
  • Es ist absurd, dass der Wunsch nach Bildung aktuell mit monetären oder beruflichen Vorteilen begründet werden muss, um sozial akzeptiert zu werden.
  • Bildung hat komplexe und weitreichende Auswirkungen in die Zivilgesellschaft hinein
  • Zitat Schily 2002: “Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit.”
    Quelle z.B. : http://www.rp-online.de/politik/Schily-Klavierspieler-des-Jahres_aid_265376.html
  • Fehlertoleranz von Bildungssystemen: Personen mit einer finanziell angespannten Situation müssen dennoch die Möglichkeit haben, Fehler zu machen bzw. Fehlentscheidungen zu treffen. Systeme mit „eine Chance für alle“ bestraft gerade diejenigen, die ihre Lebensumstände nicht durch Zukauf von Dienstleistungen ent-stressen können. Eine Deckelung zur Verhinderung einer Kostenexplosion scheint dennoch sinnvoll zu sein.
  • staatl. Förderung von lebenslangem Lernen durch Erstellung von (kosten!)frei zugänglichem Lehrmaterial für Standardabschlüsse bzw. Zertifizierungen und dem Angebot von (modularen?) Prüfungen.
    (Vgl. „Telekolleg“ für alle. Die Materialien wären gleichzeitig als Ergänzung zum Schulunterricht für Schüler nutzbar.)
  • Nahezu formloser Zugang zu öffentlichen und öffentlich anerkannten (z.B. angeboten von Buchketten, Verlagen, Medienhäusern ähnlich wie “Barnes and Noble University”) kostenfreien, außerschulischen Lernprogrammen mit geringen Prüfungskosten: Modulare Zertifizierungen, die „sammeln“ über einen vergleichsweise langen Zeitraum erlauben. Folge: Absenkung der Einstiegshürden, flexible Anpassung an Lebensumstände (Familenfreundlich), Motivation zur Steigerung der Bildung quer durch die Bevölkerung.
  • D.h. keine Anmeldung mit Verpflichtung bzw. Kosten über Jahre hinweg, dennoch Möglichkeiten die Weiterbildungen zertifiziert zu bekommen.
  • Staatliche und private Förderprogramme nicht unbedingt für die „Top-Performer“ – die oft ohnehin schon optimal gefördert sind -, sondern für die Motivierten, egal wie die Noten evt. aussehen. D.h. Vergabe verstärkt nach Interviews und (wichtig!) breite Informationen dazu in Schulen und Medien.
  • „Zulassen, dass die Motivierten Erfolg haben können.“
  • Lebenslanges Lernen: Konsequent auch Förderprogramme und Stipendien für Erwachsene anbieten. Auch hier: nicht nur zur beruflichen Bildung, sondern wieder verstärkt zur Allgemeinbildung.
  • Klare Absage an den Trend, dass Bildungsurlaub verstärkt als „Urlaub“ / „Leistungsverweigerung“ wahrgenommen wird.