Politik = Männersache?

Einer der Gründe, warum ich mir schon früh für Netzdiskussionen einen neutralen Nick (diesen 😉 zugelegt habe, war, um inhaltlich diskutieren zu können.

Noch heute ist das Heise-Forum kein Ort, an dem davon ausgegangen wird, dass das Geschlecht keine Rolle spielt. Macht eine Politikerin mal wieder ausgesprochenen Unfug, kommt das Frauenbashing so sicher wie der Nazivergleich bei der Außenpolitik.

Stammt der politische Unfug dagegen von einem Mann (und wir brauchen hoffentlich nicht darüber diskutieren, ob es ausgesprochene Dünnbrettbohrer in den diversen Parteien gibt), so wird das der Person, der Partei, nicht aber dem Geschlecht angelastet.

Natürlich gibt es unfähige Politikerinnen, genauso wie es unfähige Politiker gibt. Es geht auch nicht darum, irgendwelche “Schutzräume” für Frauen zu fordern, denn das Netz in seiner relativen Anonymität bietet bereits “geringere Zugangshemmnisse”. (Nicht jede Frau fühlt sich wohl, wenn sie bei einem Treffen die Frauenquote im Raum um 100% steigert.)

Warum muss dann ausgerechnet ein Politiker, dem ich eigentlich keine “Old Boys” Mentalität unterstellen würde, auf einen völllig sinnlosen Beitrag der Tageszeitung (“Qualitätsmedium”?) verlinken?

http://twitter.com/BoehningB/status/2721473197

Der Tenor des verlinkten Texts lässt keine Zweifel offen:  Die Parteien sind eine Männerdomäne, wenn Frauen dort auftauchen, dann weil sie einen Mann suchen, nicht etwa weil sie inhaltlich interessiert sind.

Wenn eine Frau auf Männersuche fünf Jahre durch die Berliner Parteien zieht, dann muss die Frage einer Zeitung nicht lauten: “Welche Partei hat die tollsten Männer?”, sondern: “Hat diese Erfahrung Sie politischer gemacht?” oder “Und Sie haben gar nichts daraus gelernt?”.

Zeitungsbeiträge wie dieses Interview haben eine Doppelwirkung: Frauen fühlen sich verschaukelt und die Zeitung diskreditiert sich als ernstzunehmendes Medium: Diesen Männer-Beitrag hätten RTL und Co nämlich ebensogut (besser: mit Bildserien) umgesetzt, wie die Berlusconi-Medien in Italien.

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One thought on “Politik = Männersache?

  1. Ich hatte dazu schon mal einen Artikel gelesen, ich glaube, es war in der Brigitte (Emma würde nicht passen) und es ging auch da um Männersuch. Das ganze basiert auf dem Buch, das die Autorin basierend auf ihren Erfahrungen geschrieben hat.

    Fazit: in eine Partei geht man, wenn man, Plätzchen und Kuchen backt und das nicht-denkende, nichts-sagende, weibliche Aushängeschild sei will, extrem masochistisch veranlagt ist oder sich wirklich nur auf die Frauengruppe der Partei beschränken will, um sich dann inhaltlich auch nur mit Themen wie Altenpflege und Kinderversorgung auseinanderzusetzen, oder – wenn es wirklich um “Partner”suche gehen sollte – keinen Geschack punkto Männern hat (basierend auf meinen Erfahrungen mit den hiesigen Parteimännern).

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